Warum macht eine Klimaanlage krank?

Eine Klimaanlage macht nicht automatisch krank. Eine Erkältung wird durch Krankheitserreger wie Viren verursacht – nicht durch kalte Luft allein. Trotzdem können falsch eingestellte oder schlecht gepflegte Klimaanlagen Beschwerden begünstigen.

Typische Auslöser sind:

  • sehr kühle Raumtemperaturen,
  • direkter Luftstrom auf Gesicht oder Körper,
  • trockene Raumluft,
  • verschmutzte Filter oder Geräte,
  • zu wenig Frischluft in gemeinsam genutzten Räumen.

Das kann sich beispielsweise durch einen trockenen Hals, gereizte Augen, Hustenreiz, Kopfschmerzen oder verspannte Schultern bemerkbar machen.

Kann man durch eine Klimaanlage eine Erkältung bekommen?

Die Klimaanlage selbst löst keine Erkältung aus.

Eine Erkältung ist eine Infektion. Dafür müssen Sie mit entsprechenden Krankheitserregern in Kontakt kommen.

Klimatisierte Räume können allerdings Bedingungen schaffen, unter denen sich Nase oder Rachen trocken und gereizt anfühlen. Trockene Schleimhäute können ihre natürliche Schutzfunktion schlechter erfüllen.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass trockene Luft die Eigenschaften infektiöser Aerosole beeinflussen kann. Für die Übertragung von Atemwegsinfektionen bleibt aber entscheidend, dass überhaupt Krankheitserreger vorhanden sind. Quelle: Umweltbundesamt.

Deshalb ist die Aussage „Ich habe mich an der Klimaanlage erkältet“ meist zu einfach.

Warum bekommt man von der Klimaanlage Halsschmerzen oder Husten?

Beim Kühlen kann der Raumluft Feuchtigkeit entzogen werden. Gleichzeitig trifft bei ungünstig eingestellter Luftführung möglicherweise kühle Luft direkt auf Gesicht und Oberkörper.

Das kann Schleimhäute in Nase und Rachen reizen.

Mögliche Beschwerden sind:

  • trockener Hals,
  • Halskratzen,
  • Hustenreiz,
  • trockene Nase,
  • gereizte oder trockene Augen.

Solche Symptome bedeuten nicht automatisch, dass eine Infektion vorliegt.

Auch andere Faktoren der Innenraumluft können Augen und Atemwege reizen. Die WHO nennt Reizungen von Augen, Nase und Hals als mögliche kurzfristige Auswirkungen belasteter Innenraumluft. Quelle: WHO.

Kann Zugluft von der Klimaanlage krank machen?

Direkte Zugluft kann unangenehme Beschwerden verursachen, ist aber keine Infektion.

Bläst kalte Luft über längere Zeit direkt auf Kopf, Nacken oder Schultern, kann das beispielsweise als unangenehm empfunden werden und Muskelverspannungen begünstigen.

Deshalb sollte der Luftstrom einer Klimaanlage nicht dauerhaft direkt auf Personen gerichtet sein.

Bei vielen Split-Klimaanlagen lässt sich die Richtung der ausgeblasenen Luft über die Luftleitlamellen einstellen. Nutzen Sie diese Möglichkeit so, dass sich die kühle Luft möglichst angenehm im Raum verteilt.

Kann eine zu kalt eingestellte Klimaanlage Beschwerden verursachen?

Ja. „So kalt wie möglich“ ist keine gute Einstellung.

Sehr große Unterschiede zwischen Außen- und Innentemperatur können als unangenehm empfunden werden. Wer an einem heißen Sommertag ständig zwischen großer Hitze draußen und einem stark heruntergekühlten Raum wechselt, fordert außerdem die Temperaturregulation des Körpers stärker.

Für den Alltag ist deshalb eine moderate Raumtemperatur sinnvoller als maximales Herunterkühlen.

Die Klimaanlage soll einen angenehm temperierten Raum schaffen – keinen Kühlschrank.

Kann eine schmutzige Klimaanlage krank machen?

Eine schlecht gepflegte Anlage kann die Qualität der Raumluft beeinträchtigen.

Feuchtigkeit und Verschmutzungen können unter ungünstigen Bedingungen das Wachstum von Mikroorganismen begünstigen. Feuchte Gebäude und Schimmelbelastungen stehen nach Angaben der WHO mit einem häufigeren Auftreten von Atemwegsbeschwerden, Allergien und Asthma in Verbindung. Quelle: WHO.

Deshalb sollten insbesondere die Filter entsprechend der Herstellerangaben regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden.

Bei den Sinclair Wandgeräten RAY, TERREL und MARVIN nennen die Bedienungsanleitungen für den Luftfilter etwa drei Monate als Orientierung. In staubiger Umgebung kann eine häufigere Reinigung sinnvoll sein.
Wie das richtig funktioniert, erklären wir ausführlich im Ratgeber Klimaanlage reinigen.

Sind Bakterien in Klimaanlagen gefährlich?

Hier muss zwischen unterschiedlichen Klimasystemen unterschieden werden.

Im Zusammenhang mit Klimaanlagen wird häufig vor Legionellen gewarnt. Diese Bakterien können sich in wasserführenden technischen Systemen vermehren und durch fein zerstäubtes Wasser eingeatmet werden.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass viele Klimaanlagen trockene Systeme sind und kein Legionellenrisiko darstellen. Problematisch können dagegen beispielsweise Kühltürme, Verdunstungskühler und andere wasserführende Systeme sein. Quelle: ECDC.

Eine klassische Split-Klimaanlage im Wohnhaus sollte deshalb nicht mit einem wasserführenden Kühlturmsystem gleichgesetzt werden.

Kann Schimmel in der Klimaanlage entstehen?

Beim Kühlen fällt am Verdampfer Kondensat an. Deshalb sind eine funktionierende Kondensatabführung und die regelmäßige Pflege des Geräts wichtig.

Einige Sinclair Klimaanlagen besitzen zusätzlich die X-FAN-Funktion. Dabei läuft der Lüfter nach dem Kühl- oder Entfeuchtungsbetrieb noch einige Minuten weiter, damit Feuchtigkeit am Verdampfer reduziert wird.

In den Bedienungsanleitungen von Sinclair wird diese Funktion ausdrücklich mit der Vorbeugung gegen Schimmelbildung im Innengerät in Verbindung gebracht.
Beim MARVIN steht modellabhängig außerdem eine automatische Reinigungsfunktion zur Verfügung.

Diese Funktionen unterstützen die Gerätepflege, ersetzen aber nicht die regelmäßige Kontrolle des Filters.

Verteilt eine Klimaanlage Viren im Raum?

Eine Klimaanlage erzeugt keine Viren.

In einem Raum, in dem sich bereits infektiöse Personen befinden, können sich Krankheitserreger allerdings über die Raumluft verbreiten. Das ist zunächst ein Thema der Luftqualität und Lüftung, nicht allein der Kühlung.

Das ECDC empfiehlt deshalb ausreichende Lüftung mit Außenluft als Maßnahme zur Verringerung der Übertragung von Influenza und anderen Atemwegsinfektionen. Quelle: ECDC.

Eine typische Split-Klimaanlage kühlt überwiegend die vorhandene Raumluft. Sie ersetzt deshalb nicht automatisch das regelmäßige Lüften.

Ist Schlafen mit Klimaanlage ungesund?

Nein – eine Klimaanlage kann auch nachts problemlos genutzt werden, wenn sie angenehm eingestellt ist.

Ungünstig wird es vor allem, wenn:

  • der Luftstrom direkt auf das Bett gerichtet ist,
  • der Raum unnötig stark heruntergekühlt wird,
  • die Luft als unangenehm trocken empfunden wird,
  • das Gerät oder der Filter stark verschmutzt ist.

Viele Klimaanlagen besitzen einen Schlafmodus, der speziell für den Betrieb während der Nacht vorgesehen ist.

Bei Sinclair Modellen wie RAY und TERREL verändert der Schlafmodus die Solltemperatur während der Nacht schrittweise, statt die eingestellte Kühltemperatur unverändert beizubehalten.

So nutzen Sie Ihre Klimaanlage angenehm

Mit einigen einfachen Einstellungen lassen sich die häufigsten Beschwerden vermeiden:

  1. Nicht unnötig kalt einstellen.
    Ziel ist eine angenehme Raumtemperatur.
  2. Luftstrom nicht direkt auf Personen richten.
    Nutzen Sie die Luftleitlamellen, um die Luft im Raum zu verteilen.
  3. Filter sauber halten.
    Halten Sie sich an die Pflegehinweise Ihres Geräts.
  4. Weiterhin lüften.
    Eine Split-Klimaanlage ersetzt nicht automatisch die Frischluftzufuhr.
  5. Vorhandene Funktionen nutzen.
    X-FAN, Auto Clean oder Schlafmodus können je nach Sinclair Modell die komfortable Nutzung unterstützen.
  6. Auffällige Gerüche ernst nehmen.
    Riecht die Anlage trotz gereinigtem Filter dauerhaft muffig oder ungewöhnlich, sollte die Ursache geprüft werden.

Mehr zur richtigen Gerätepflege erfahren Sie unter Klimaanlage reinigen.

Eine Klimaanlage kann bei Hitze auch entlasten

Bei der Frage nach gesundheitlichen Auswirkungen wird leicht vergessen, warum Klimaanlagen überhaupt eingesetzt werden.

Hohe Raumtemperaturen können den Körper ebenfalls belasten. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nennt bei großer Hitze unter anderem Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und eine zunehmende Herz-Kreislauf-Belastung. Quelle: BAuA.

Richtig eingestellt und gepflegt ist eine Klimaanlage deshalb nicht grundsätzlich ein Gesundheitsproblem – sie kann gerade an heißen Tagen für angenehmere Innenraumtemperaturen sorgen.

Wenn Sie Ihr Zuhause dauerhaft klimatisieren möchten, finden Sie hier mehr über die Klimaanlagen für Zuhause von Sinclair.

Häufige Fragen: Krank durch Klimaanlage

Kann man sich durch eine Klimaanlage erkälten?

Eine Erkältung wird durch Krankheitserreger verursacht und nicht allein durch kalte Luft. Klimatisierte Räume können jedoch beispielsweise durch trockene Luft oder direkten Luftstrom Beschwerden an Nase, Hals oder Augen begünstigen.

Warum bekomme ich von der Klimaanlage Halsschmerzen?

Trockene oder direkt auf den Körper gerichtete kühle Luft kann die Schleimhäute reizen. Dadurch kann sich der Hals trocken oder kratzig anfühlen, ohne dass zwingend eine Infektion vorliegt.

Warum bekomme ich von der Klimaanlage Kopfschmerzen?

Direkter kalter Luftstrom kann beispielsweise zu unangenehmen Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich beitragen. Kopfschmerzen haben allerdings zahlreiche mögliche Ursachen und sollten bei starken oder anhaltenden Beschwerden medizinisch abgeklärt werden.

Ist eine Klimaanlage schlecht für die Lunge?

Eine korrekt betriebene und gepflegte Klimaanlage ist nicht grundsätzlich schädlich für die Lunge. Belastete Innenraumluft, Schimmel oder andere Schadstoffe können jedoch Atemwegsbeschwerden auslösen oder bestehende Erkrankungen verschlechtern.

Kann man mit Klimaanlage schlafen?

Ja. Achten Sie darauf, den Raum nicht unnötig stark herunterzukühlen und den Luftstrom nicht direkt auf das Bett zu richten. Ein vorhandener Schlafmodus kann den Nachtbetrieb komfortabler machen.

Muss man trotz Klimaanlage lüften?

Ja. Eine typische Split-Klimaanlage kühlt vor allem die vorhandene Raumluft und ersetzt nicht automatisch die Frischluftzufuhr. Regelmäßiges Lüften bleibt deshalb sinnvoll.

Quellen

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